Nachhaltigkeit im Alltag

Veranstaltungsrückblick

Der Klimawandel und die Ressourcenknappheit erfordern den drastischen Übergang von einer Wegwerfgesellschaft, in der hergestellt, verbraucht und weggeworfen wird, hin zu einer ökologisch nachhaltigen und schadstofffreien Kreislaufwirtschaft. Städtische Räume wie Hamburg haben das große Potential stark von so einer Entwicklung zu profitieren. 


Podiumsdiskussion HWWI 2

Im März 2020 schlug die Europäische Kommission im Rahmen des Green Deals das erste Maßnahmenpaket zur Beschleunigung eines Übergangs zur Kreislaufwirtschaft vor. Die Überarbeitung der Bauproduktverordnung gehört hierbei zu einem der Vorschläge. Diesem Thema, hat sich das „REPLACE-Forum“  (Regional Policy Actions for Circular Economy) angenommen. Mit Partnern aus ganz Europa wurde im Rahmen dieses Projekts in den vergangenen Jahren untersucht, wie der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft gelingen kann. In Hamburg wurde dies vom Hamburgischen Welt Wirtschafts Institut (HWWI), sowie der Senatskanzlei bearbeitet. Jede der neun europäischen Partnerregionen hat hierbei einen anderen Fokus und alle können so gegenseitig voneinander lernen, um ihr eigenes System und ihre Herangehensweise zu optimieren. Es wurde schnell deutlich, dass in Hamburg aktuell noch eine starke Koordinationsplattform fehlt, die die verschiedenen Akteure der Bauwirtschaft zusammenbringt. Hierbei soll das REPLACE-Forum behilflich sein. Aktuell ist das Forum noch eine Kernidee, welche mit Leben gefüllt werden muss. Das langfristige Ziel ist jedoch die Aufnahme in den Hamburger Klimaplan.

Um Hamburgs Rolle und das Potential der Stadt in einer Kreislaufwirtschaft einzuordnen haben sich Prof. Dr.-Ing. Kerstin Kuchta vom Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft der TU Hamburg-Harburg, Dr. Uta Mensen von der Senatskanzlei der Stadt Hamburg, Dr. Johan Wagner vom Team Europe und Kirsten Rummelt von der Sprinkenhof GmbH in Form einer Podiumsdiskussion gestellt. Moderiert wurde diese Diskussion von Thomas Jacob von der Senatskanzlei.

Zunächst sei es klar, dass die Kommission unter Druck stehe, die in der UN-Nachhaltigkeitsagenda definierten Ziele zu erreichen. Dazu sei es wichtig, dass konkretere Umsetzungsstrategien erarbeitet werden, da jedes Land und jede Stadt individuell ist. Gleichzeitig sei es wichtig zu erkennen, dass heutiges zirkuläres Bauen erst in Dekaden, nämlich mit dem Abriss oder der Nachnutzung eines Gebäudes, erst wirklich zirkulär werde.  Daher sei es schon heute vorzuziehen, mit bereits vorhandenen Materialien zu arbeiten. Dies ist jedoch ebenfalls eine Ressourcenfrage. Nachhaltig sei nur das, was möglichst lange nicht abgerissen werden wird. Nichtsdestotrotz müsse Bauen jedoch weiterhin lukrativ bleiben. Es sei wichtig, dass der wirtschaftliche Sektor nicht gefährdet sei und Bauvorhaben weiterhin sozial verträglich bleiben. Dazu sei ein gut evaluierter Mittelweg vonnöten. Man müsse etwas schaffen, woran die zukünftige Generation nahtlos anknüpfen könne.

Ein Fazit der Diskussion ist, dass Kommunikation ein wichtiger Faktor ist und bleibt. Entscheidungen müssen bedacht sein aber rapide getroffen werden und aus Brüssel müssen konkretere Vorgaben zur Umsetzung kommen. Insgesamt ist die Relevanz des Themas jedoch unbestritten. Projekte wie das REPLACE Forum des HWWI und der Senatskanzlei sind hilfreiche und sinnvolle Projekte für eine Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in einer Stadt wie Hamburg.