Klimakonferenz in Ägypten

Europa ist nicht zufrieden

Die 27. UN-Klimakonferenz fand dieses Jahr, vom 07. bis zum 20. November in Scharm al- Scheich, in Ägypten statt. Es wurde der Aufbau eines Fonds beschlossen, der die Länder finanziell unterstützen soll, die besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen. Ein schrittweiser Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle fand jedoch keinen Platz in der Abschlusserklärung. Ein neuer Podcast beleuchtet die Ursachen und Folgen klimabedingter Migration.

Der beschlossene Fonds war der größte Streitpunkt der diesjährigen Konferenz und verlängerte diese um 36 Stunden. Nun wurde beschlossen, dass der Fonds Länder unterstützen soll, welche von Klimakatastrophen, wie zum Beispiel Überschwemmungen oder Dürren betroffen sein werden. Er soll die durch sie entstehenden Kosten abfedern. Nun wird eine Kommission gebildet, die den Umfang des Fonds bestimmen soll. Diese besteht aus zehn Vertretern aus dreizehn Industrie- und dreizehn Entwicklungsländern. Der Europäischen Union war es wichtig zu unterstreichen, dass der Fonds vor allem für Entwicklungsländer gedacht ist, die durch ihn eine wichtige Unterstützung innerhalb der Krise erhalten würden. 

Ein weiterer Kernbestandteil der Klimakonferenz in Ägypten war die Debatte um das 1,5 Grad Ziel. Ab 2050 wird die weltweite Klimaneutralität angestrebt. Sollten Länder ihr Verhalten noch nicht an diese Ziele angepasst haben, dann sollten Sie dies spätestens jetzt tun. Die explizite Förderung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien war vor allem der Europäischen Union wichtig, fand jedoch keinen Platz in der Abschlusserklärung. Bis 2023, bei der nächsten Konferenz in Dubai, sollen die Länder die Ziele für 2030 noch einmal nachbessern, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen. Von diesem Programm hatte sich die EU deutlich härtere Maßnahmen erhofft. 

Insgesamt zeigt sich die EU nicht sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Konferenz. Frans Timmermans, der Vizepräsident der Europäischen Kommission, bezeichnet die Ergebnisse als unzureichend und verfehlt. Es habe zu viele Verhandlungen gegeben und es wurde sogar versucht, die Ergebnisse der Konferenz aus dem Vorjahr in Glasgow noch einmal zu lindern. Alles in allem sei nicht genug getan worden. 

 

 

 


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Der Podcast "The Europeans" arbeitet in seiner neuesten Folge die Ergebnisse der COP27 auf.

"The Europeans" ist ein preisgekrönter, englischsprachiger Podcast, der sich mit Kultur und Politik in Europa befasst und Themen näher beleuchtet, die häufig nicht genügend öffentliche Beachtung finden. Moderiert wird er von Katy Lee, einer Journalistin aus Paris, und Domic Kraemer, einem Opernsänger aus Amsterdam. Der Podcast wurde aus einer Besessenheit mit Podcasts und dem Gefühl heraus ins Leben gerufen, dass Europa in den britischen Medien zu Unrecht als etwas langweiliges und irrelevantes dargestellt wird.

Für die Episode "fleeing climate change" haben sich "The Europeans" mit Alexandre Porteret, dem Experten der GD ECHO für erzwungene und klimabedingte Vertreibung, und François Gemenne vom interdisziplinären Forschungszentrum Hugo Laboratory zusammengetan. Diskutiert wird vor allem die Zunahme von klimabedingter Migration.

Welche Rolle muss Europa bei all dem spielen, sowohl bei der Suche nach Lösungen als auch als einer der Hauptverursacher des Klimawandels?

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