Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, betonte in ihrer Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos die Bedeutung europäischer Unabhängigkeit. Europa müsse sich an die neue Sicherheitsarchitektur anpassen. Die Europäische Union stehe dabei uneingeschränkt an der Seite Grönlands und des Königreichs Dänemark. Die territoriale Integrität und Souveränität seien nicht verhandelbar.
Mit den Äußerungen reagierte die Kommissionspräsidentin auf anhaltende Spannungen im transatlantischen Verhältnis, insbesondere auf die kontroversen Aussagen und drohenden handelspolitischen Schritte der USA in Bezug auf Grönland. In den vergangenen Monaten hatte Präsident Trump wiederholt über Grönland spekuliert, unter anderem über einen möglichen Erwerb des Territoriums, wobei er auch den Einsatz militärischer Mittel als theoretische Option offen ließ. Bei seinem Auftritt in Davos schloss er den Einsatz von Gewalt dann schließlich aus.
Von der Leyen kündigte einen verstärkten europäischen Investitionsschub für Grönland an. Ziel sei es, die lokale Wirtschaft und Infrastruktur gemeinsam mit den grönländischen und dänischen Partnern weiter auszubauen. Gleichzeitig will die EU ihre sicherheitsrelevanten Fähigkeiten in der Arktis stärken, unter anderem durch Investitionen in arktistaugliche Ausrüstung und eine engere Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.
Die Spannungen um Grönland werfen einen Scheinwerfer auf die Bedeutung des Vökerrechts und die Stellung internationaler Organisationen in der heutigen Weltordnung. In einer Zeit, in der etablierte völkerrechtliche Normen zunehmend unter Druck geraten, ist die entschlossene Reaktion der EU ein klares Bekenntnis zur regelbasierten Weltordnung.
Während territoriale Begehrlichkeiten und geopolitische Ambitionen von Großmächten zunehmen, verdeutlicht der Fall Grönland, wie essenziell starke supranationale Bündnisse für den Schutz kleinerer, autonomer Regionen sind. Letztlich unterstreicht Brüssel damit eine fundamentale Botschaft: Stabilität und Frieden lassen sich nicht durch Drohkulissen, sondern durch verlässliche Kooperation und die unantastbare Souveränität demokratischer Völker sichern.