Nordsee-Gipfel in Hamburg

Investitionspakt für Windenergie

27.01.2026

Am 26. Januar haben sich Vertreterinnen und Vertreter von neun europäischen Staaten sowie der Europäischen Kommission, NATO-Vertreter:innen und zahlreiche Industrie- und Verbandsvertreter:innen in Hamburg zum dritten Nordsee-Gipfel getroffen, um die Zusammenarbeit im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energie- sowie Infrastruktur-Sicherheit zu vertiefen. Der Nordsee-Gipfel ist Teil einer mehrjährigen Initiative der Nordsee-Anrainerstaaten, um die Nordsee zum zentralen Energiestandort für saubere und sichere Stromproduktion zu entwickeln. 

Wegweisende Vereinbarungen und Übereinkommen 

Staats- und Regierungschefs bekräftigten den gemeinsamen Willen, die Nordsee zu einem „Power Hub“ für saubere und resiliente Energie zu entwickeln. In diesem Zusammenhang konnten verschiedene Vereinbarungen und Übereinkommen geschlossen werden.

  • Joint Offshore Wind Investment Pact 
    Ein Investitionspakt zwischen Nordsee-Staaten, Offshore-Windindustrie und Übertragungsnetzbetreibern soll stabile langfristige Ausschreibungen sicherstellen und Investitionsrisiken reduzieren.
     
  • Ministerielle Erklärung zur Koordination
    Energieminister vereinbarten, Planung, Genehmigungen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Offshore-Wind- und Wasserstoffprojekten zu bündeln.
     
  • Kooperation bei Netz- und Infrastrukturprojekten
    Aufbau eines integrierten Offshore-Stromnetzes und weitere Projekte wie die „Bornholm Energy Island“ sollen umgesetzt werden.

Ein zentrales Ziel ist es, bis 2040 jährlich etwa 15 Gigawatt an Offshore-Windenergie zu installieren und insgesamt bis zu 100 Gigawatt grenzüberschreitender Kapazität zu erreichen – ein Meilenstein auf dem Weg zu Europas langfristigem Ziel von 300 GW Offshore-Wind bis 2050.

Warum ist der Gipfel so wichtig für Europa?
 

  • Energieunabhängigkeit
    Europa will seine Abhängigkeit von importierten fossilen Energien – vor allem Gaslieferungen aus Russland und anderen Drittstaaten – nachhaltig reduzieren. Offshore-Windenergie liefert eine heimische, erneuerbare Energiequelle, die das Risiko geopolitischer Preisschwankungen und Lieferunterbrechungen verringert.
     
  • Klimaziele und Energiewende
    Die EU-Klimaziele und das Pariser Abkommen erfordern einen schnellen Ausbau emissionsfreier Energien. Die Nordsee-Projekte tragen entscheidend dazu bei, den europäischen Strommix zu dekarbonisieren und langfristig Klimaneutralität zu erreichen.
     
  • Sicherheit und Resilienz
    Neben der Energieproduktion stand die Sicherheit der Energieinfrastruktur im Fokus. Angesichts wachsender Risiken durch Sabotage, Cyberangriffe oder hybride Bedrohungen sollen Offshore-Netze und Netzkopplungssysteme widerstandsfähiger und besser geschützt werden. Die Einbeziehung der NATO-Vertreter unterstreicht diese Priorität.
     
  • Wirtschaftliche Stärke
    Die Kooperation schafft Perspektiven für industrielle Wertschöpfung in Europa: neue Jobs, Investitionen in Produktion und Infrastruktur sowie technologische Führung im globalen Markt der erneuerbaren Energien.

Ein weiterer Schritt nach vorne

Der Nordsee-Gipfel 2026 markiert einen wichtigen Schritt europäischer Zusammenarbeit bei erneuerbarer Energie und Energie- sowie Infrastruktur-Sicherheit. Mit klarem Fokus auf grenzüberschreitende Projekte, stabile Rahmenbedingungen für Investitionen und gemeinsame strategische Ziele sendet die Vereinbarung ein starkes Signal für Europas Energiesouveränität und Klimazukunft.