Wir informieren über neuen Finanzierungsbedarf für die Ukraine und aktuelle politische Entwicklungen in der Autoindustrie mit Aufweichungen des Verbrenner-Aus 2035 und einer Importbeschränkung für chinesische Hybridfahrzeuge.
Beim EU-Gipfel Mitte Oktober 2026 meldete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj weitere 70 Milliarden Euro mehrbedarf für das Jahr 2027 an. Diese sollen die bisherigen Zusagen ergänzen, da sich die erwarteten Kriegskosten auf rund 155 Milliarden Euro belaufen. Dringend benötigt werden die Gelder für die Luftabwehr und die Sicherung der Energieinfrastruktur im Winter. Da die Sorge vor einem Wegfall der US-Unterstützung – auch wegen Drohungen von Donald Trump und Restriktionen bei Starlink – wächst, will die EU nun eingefrorenes russisches Vermögen verstärkt zur Gegenfinanzierung nutzen. Bundeskanzler Merz und weitere EU-Politiker signalisierten bereits grundsätzliche Bereitschaft.
Das für 2035 geplante EU-weite Aus für neue Autos mit Verbrennungsmotor steht vor einer drastischen Aufweichung. Unter dem Druck einer kriselnden europäischen Autoindustrie haben sich Deutschland und Frankreich in der vergangenen Woche auf einen Pakt geeinigt, der Ausnahmeregelungen und Erleichterungen bei den strengen CO₂-Flottenvorgaben ermöglichen soll. Im Gegenzug für die deutschen Forderungen nach mehr Technologieoffenheit setzte Paris striktere „Made in Europe“-Kriterien durch, um heimische Hersteller besser gegen die erstarkende asiatische Konkurrenz abzuschirmen. Die Einigung spiegelt die wachsende Sorge wider, dass ein hartes Verbot die europäische Wettbewerbsfähigkeit gefährdet.
Im Handelsstreit zwischen der Europäischen Union und Peking gibt es einen neuen Kompromiss: Die EU begrenzt den Import von chinesischen Plug-in-Hybridautos auf 350.000 Fahrzeuge im ersten Jahr. Diese Quote soll in den kommenden vier Jahren jährlich um sechs Prozent steigen, bevor die Deckelung ausläuft. Die Maßnahme zielt darauf ab, die europäischen Hersteller vor einer Schwemme subventionierter Autos zu schützen. Nachdem die EU zuvor Sonderzölle auf reine Elektroautos aus China verhängt hatte, waren die Importe von chinesischen Hybrid-Modellen rasant angestiegen – Prognosen rechneten für dieses Jahr bereits mit rund 800.000 importierten Fahrzeugen. Die neue Obergrenze wird diese Menge nun mehr als halbieren.