Unser EU-Nachrichtenbriefing vom 28. August 2026 informiert über die EU als zentralen Absatzmarkt für die deutsche Wirtschaft, ein Jahr Handelsdeal mit den USA, Ungarns Kurswechsel gegenüber Russland und den 35. Unabhängigkeitstag in der Ukraine.
Die EU ist ein zentraler Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft. Exporte innerhalb der EU sichern in Deutschland rund 7,2 Millionen Arbeitsplätze. Damit sind etwa 550 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung verbunden (Stand 2022). Besonders Auto-, Maschinenbau- und Chemieindustrie profitieren vom EU-Binnenmarkt. Im ersten Halbjahr 2026 sanken die Exporte in die USA um 6,1 % auf 73,1 Mrd. Euro. Dagegen stiegen die Exporte nach Frankreich um 7,6 % auf 63,2 Mrd. Euro. Die Ausfuhren in die Niederlande erhöhten sich sogar um 9,0 % auf 60,5 Mrd. Euro. Die Zahlen zeigen die große Bedeutung des EU-Binnenmarktes für Deutschlands Wirtschaft.
Vor einem Jahr einigten sich die EU und die USA auf einen Handelsdeal, um den Zollstreit zu entschärfen. Für die meisten EU-Importe in die USA gilt inzwischen ein pauschaler Zollsatz von 10 %. Für Autos und bestimmte Autoteile beträgt der Zoll 15 %.
Auf Stahl und Aluminium werden weiterhin teilweise 50 % Zoll erhoben. Die deutsche Industrie bewertet das Abkommen deshalb nur als teilweise stabilisierend. Besonders die Automobilbranche sieht sich durch die US-Zölle weiterhin stark belastet. 2025 wurden zwischen EU und USA Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 1,8 Billionen Euro gehandelt. Trotz des Deals bleibt die Handelspolitik der USA unter Trump für die EU mit großer Unsicherheit verbunden.
Die Ukraine feierte am 24. August 2026 ihren 35. Unabhängigkeitstag. Zum Nationalfeiertag sagte die EU der Ukraine weitere 6,1 Milliarden Euro Militärhilfe zu. Das Geld ist unter anderem für Flugabwehr, Raketen, Munition und Radaranlagen vorgesehen.
Die Hilfen sind Teil eines geplanten EU-Unterstützungsdarlehens von insgesamt bis zu 90 Milliarden Euro. Grund für die zusätzliche Unterstützung sind die zunehmenden russischen Raketen- und Drohnenangriffe. Die EU will damit ihre Solidarität mit der Ukraine zeigen und deren Verteidigungsfähigkeit stärken. Präsident Selenskyj fordert weiterhin mehr Waffen und einen stärkeren internationalen Druck auf Russland. Gleichzeitig gibt es in der Ukraine Personalprobleme an der Front und hohe zivile Opferzahlen.
Die neue ungarische Regierung stuft Russland erstmals offiziell als Bedrohung für Ungarn, Europa und die globale Ordnung ein.
Sie verurteilt den russischen Angriff auf die Ukraine und unterstützt deren Souveränität und territoriale Integrität. Damit vollzieht Ungarn einen deutlichen Kurswechsel in der Außenpolitik. Die Regierung setzt zugleich auf Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden und Sicherheitsgarantien für die Ukraine.