Unser EU-Nachrichtenbriefing vom 24. April 2026 informiert über die EU-Schutzmaßnahmen für die Stahlindustrie, einer EU-App zur Altersprüfung, Erasmus+ in Großbritannien und den Besuch von Ursula von der Leyen in Hamburg.
Vertreter des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten haben sich am 13.04.2026 auf eine Verschärfung der Importregeln für Stahl geeinigt. Demnach ist die jährliche zollfreie Einfuhrmenge künftig auf 18,3 Mio. Tonnen begrenzt - dies stellt eine Minus von 47 Prozent gegenüber der bisherigen Regelung. Weitere Importe sollen fortan mit Zöllen von 50 Prozent (vorher 25 Prozent) belegt werden. Hintergrund ist, dass die europäische Stahlindustrie mit deutlich günstigerer Konkurrenz aus Asien (vor allem China, Indien und die Türkei) zu kämpfen hat. Die aktuelle Verordnung läuft zum 30. Juni aus, die notwendigen Zustimmungen für die Verschärfung gelten als Formsache.
Die EU plant eine neue App, mit der Nutzer ihr Alter im Internet nachweisen können. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche besser vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Die App funktioniert ähnlich wie ein Ausweis und bestätigt nur, ob jemand alt genug ist. Dabei sollen möglichst wenige persönliche Daten weitergegeben werden. Online-Plattformen wie soziale Netzwerke könnten diese Altersprüfung künftig nutzen. Allerdings gibt es auch Kritik, etwa wegen möglicher Sicherheitslücken und Datenschutzfragen.
Bei einem Auftritt in Hamburg hat Ursula von der Leyen gefordert, dass sich Europa stärker neu aufstellen müsse und betonte dabei die Unabhängigkeit etwa bei Energie, Verteidigung und Wirtschaft. Außerdem sprach sie sich für stärkere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten und die Erweiterung der EU aus. Ein wichtiger Punkt war auch die Energiepolitik, bei der sie neben erneuerbaren Energien auch Atomkraft ins Spiel brachte. Von der Leyen sieht Europa vor großen Herausforderungen und fordert mehr Eigenständigkeit gegenüber anderen Ländern.
Die EU-Kommission hat beschlossen, dass das Vereinigte Königreich wieder am Erasmus+-Programm teilnehmen wird. Nach dem Brexit war Großbritannien aus dem Programm ausgeschieden, nun wird die Zusammenarbeit ab 2027 wieder aufgenommen. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für Studierende, Auszubildende und Bildungseinrichtungen in Europa. Der Austausch und die Kooperation zwischen Hochschulen sollen deutlich erleichtert werden. Auch gemeinsame Projekte in Bildung, Jugend und Sport werden wieder stärker gefördert. Insgesamt stärkt die Entscheidung die Zusammenarbeit und den Austausch innerhalb Europas.