Was war los in Europa?

EU-NEws vom 27.03.2026

18.03.2026

Unser EU-Nachrichtenbriefing vom 27. März 2026 informiert über aktuelle Rückholaktionen europäischer Bürger aus dem Nahen Osten, neue Maßnahmen gegen steigende Energiepreise, Milliardenhilfen aus dem Aufbauprogramm NextGenerationEU, vereinfachte Förderregeln für klimafreundlichen Verkehr sowie geplante Erleichterungen für Start-ups in der EU.

EU bringt bereits 11.000 Bürger aus dem Nahen Osten zurück

Die EU hat mit einem weiteren Evakuierungsflug aus Oman die Rückholung europäischer Bürgerinnen und Bürger aus dem Nahen Osten fortgesetzt. Mit der jüngsten Landung in Bukarest steigt die Zahl der durch die EU unterstützten Rückführungen auf mehr als 11.000 Menschen. Allein dieser Flug brachte 134 Personen, darunter vor allem Rumänen, sicher nach Europa zurück.

Seit der Eskalation Ende Februar hat das EU-Notfallzentrum fast 90 Flüge koordiniert oder unterstützt. Die Rückholaktionen laufen weiter, weil der EU-Katastrophenschutzmechanismus einspringt, wenn einzelne Staaten die Krise nicht mehr allein bewältigen können.

EU sucht Wege gegen steigende Energiepreise

Angesichts steigender Energiepreise infolge des Nahostkonflikts prüft die EU-Kommission verschiedene Gegenmaßnahmen. Dazu zählen unter anderem staatliche Beihilfen, eine bessere Nutzung von Stromverträgen sowie mögliche Gaspreisdeckel oder Subventionen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass Europa trotz geringerer Abhängigkeit von fossilen Importen weiterhin anfällig für globale Preisschwankungen sei.

Gleichzeitig hält die EU an ihrem Kurs hin zu erneuerbaren Energien und Kernkraft fest und warnt vor einer Rückkehr zu russischen fossilen Brennstoffen. Um die Kosten für Verbraucher zu senken, will die Kommission alle Bestandteile des Energiepreises in den Blick nehmen – von Beschaffung über Netzentgelte bis hin zu Steuern und CO₂-Kosten.

EU gibt 4,6 Milliarden Euro für Deutschland frei

Die EU-Kommission hat den dritten Zahlungsantrag Deutschlands aus dem Corona-Aufbauprogramm NextGenerationEU in Höhe von 4,6 Milliarden Euro positiv bewertet. Das Geld soll unter anderem in den klimafreundlichen Umbau von Gebäuden, den Ausbau der Elektromobilität, Digitalisierung der Verwaltung sowie Bildung und Innovation fließen.

Mit der Auszahlung würden insgesamt 24,4 Milliarden Euro an Deutschland gehen – rund 80 Prozent der vorgesehenen Mittel. Die Kommission sieht die vereinbarten Reformen und Ziele größtenteils erfüllt, die endgültige Freigabe hängt nun noch von der Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten ab.

EU erleichtert Förderungen für klimafreundlichen Verkehr

Die EU-Kommission hat neue Beihilfevorschriften beschlossen, um nachhaltigere Verkehrsmittel im Personen- und Güterverkehr schneller und einfacher zu fördern. Der neue Rahmen gilt für den Landverkehr und den multimodalen Verkehr und soll öffentliche Unterstützung für klimafreundliche Lösungen erleichtern, ohne den Wettbewerb im Binnenmarkt übermäßig zu verzerren.

Kern der Reform ist eine deutliche Vereinfachung: Bestimmte Beihilfen für Schiene, Binnenschifffahrt und nachhaltige Verkehrskonzepte müssen künftig nicht mehr vorab von der Kommission genehmigt werden. Die neuen Regeln treten am 30. März 2026 in Kraft und ersetzen die bisherigen Eisenbahnleitlinien aus dem Jahr 2008.

EU plant einheitliche Regeln für Start-ups

Die EU-Kommission will Start-ups künftig mit einem einheitlichen Rechtsrahmen stärken. Mit dem geplanten „28. Regime“ sollen Gründer ihre Unternehmen EU-weit einfacher und vollständig digital gründen und ausbauen können – statt sich mit 27 unterschiedlichen nationalen Regelungen auseinandersetzen zu müssen.

Ziel ist es, den Binnenmarkt attraktiver zu machen und Investitionen zu erleichtern. Gleichzeitig wird betont, dass gemeinsame soziale Standards gewahrt bleiben müssen. Die konkreten Vorschläge der Kommission sollen nun vorgestellt und auf EU-Ebene weiter beraten werden.